Rechte und Pflichten im Bereich der sozialen Sicherheit in der Union, auch im Zusammenhang mit Renten

Informationen zu Rechten & Pflichten in #Hilfen für Opfer

Informationen zu Rechten & Pflichten

Rechte und Pflichten im Bereich der sozialen Sicherheit in der Union, auch im Zusammenhang mit Renten

Staatliche Sozialversicherung

Das System der sozialen Sicherheit in Deutschland umfasst eine Absicherung gegen die größten Risiken. Wenn Sie in Deutschland sozialversicherungspflichtig arbeiten, sind Sie in der Regel Mitglied in folgenden gesetzlichen Versicherungen:

Die Mitgliedschaft in den Sozialversicherungen kostet einen festen Prozentsatz von Ihrem Einkommen. Einen Teil der Kosten tragen Sie, den anderen Teil trägt Ihr Arbeitgeber. Die Kosten werden direkt von Ihrem Arbeitslohn abgezogen.

Wenn Sie in Deutschland angestellt arbeiten, besteht in der Regel eine Versicherungspflicht in der deutschen Sozialversicherung.

Achtung: Von diesem Grundsatz gibt es Ausnahmen für bestimmte Arbeitsformen. So etwa für bestimmte entsandte PersonenÖffnet in neuem Fenster , Grenzgänger/innenÖffnet in neuem Fenster , SaisonarbeitskräfteÖffnet in neuem Fenster und Personen, die in mehreren EU-Ländern arbeiten.

Ihr Arbeitgeber muss Sie sozialversicherungsrechtlich anmelden . Das heißt, dass der Arbeitgeber der zuständigen Krankenkasse folgende Angaben mitteilen muss:

  • Ihren Namen,
  • Ihre Anschrift,
  • Ihre Versicherungsnummer,
  • Ihre Staatsangehörigkeit,
  • Ihr Gehalt und Angaben zur Tätigkeit

Mit dieser Meldung wird sichergestellt, dass der Arbeitgeber die Abgaben zur Sozialversicherung abführt. Damit der Arbeitgeber seinen Pflichten nachkommen kann, müssen Sie dem Arbeitgeber alle nötigen Angaben und Informationen geben. Sie unterliegen daher einer Mitwirkungspflicht .

Achtung: Der Arbeitgeber muss Ihnen eine Kopie der gemeldeten Daten aushändigen. Bei Verstoß gegen die MeldepflichtenÖffnet in neuem Fenster können sowohl der Arbeitgeber als auch Sie sanktioniert werden.

In einigen Branchen muss der Arbeitgeber schon vor Aufnahme der Beschäftigung eine Meldung machen:

  • im Baugewerbe,
  • in einer Gaststätte oder einem Hotel,
  • bei einer Spedition,
  • im Transport- und damit verbunden Logistikgewerbe,
  • im Gebäudereinigungsgewerbe
  • in der Fleischwirtschaft
  • im Prostitutionsgewerbe und
  • im Wach- und Sicherheitsgewerbe.

Das bedeutet, dass auch Sie die erforderlichen Angaben im Rahmen Ihrer Mitwirkungspflicht noch vor der Aufnahme der Beschäftigung machen und für den Fall der Prüfung immer Ihren Ausweis dabeihaben müssen.

Mehr Informationen zum Melde- und Beitragsverfahren finden Sie bei der Deutschen RentenversicherungÖffnet in neuem Fenster . Auch die Krankenkassen bieten Informationen auf ihren Internetseiten.

Tipp: Mit der Anmeldung zur Sozialversicherung erhalten Sie eine Sozialversicherungsnummer, die Sie ein Leben lang behalten. Mit Hilfe der Sozialversicherungsnummer werden die Daten, die für die Rentenfeststellung benötigt werden, zusammengeführt und bereitgehalten. Bewahren Sie diese Nummer daher gut auf.

Als Arbeitnehmer/in sind Sie grundsätzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert.

Tipp: Wenn Sie eine geringfügige Beschäftigung ausüben (Minijob), können Sie sich auf AntragÖffnet in neuem Fenster von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Die Rentenversicherung umfasst verschiedene Leistungen:

  • Die Rente dient der finanziellen Absicherung im Alter , wenn Sie kein Einkommen mehr aus Arbeit beziehen. Für eine Altersrente muss ein bestimmtes Lebensalter erreicht werden und ein bestimmter Umfang an rentenrechtlichen Zeiten zurückgelegt worden sein.
  • Die Rentenversicherung unterstützt Sie auch, wenn Sie im Laufe des Arbeitslebens erwerbsgemindert werden, das heißt, wenn Sie aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung nicht mehr oder nur noch teilweise arbeiten können. Dann erhalten Sie Rehabilitationsleistungen, um ihre Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen oder eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, wenn Sie aufgrund Ihres Gesundheitszustandes auf absehbare Zeit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten können.
  • Außerdem bietet die Rentenversicherung einen umfassenden Hinterbliebenenschutz . Sie zahlt Renten an Witwen, Witwer und Waisen der verstorbenen Versicherten.

Für den Bezug der Regelaltersrente ist bis zum Geburtsjahr 1946 das 65. Lebensjahr maßgebend. Für die nachfolgenden Geburtsjahrgänge wird die Regelaltersgrenze stufenweise bis auf das 67. Lebensjahr angehoben. Ab dem Jahr 2029 gilt diese Altersgrenze dann für alle, die ab 1964 geboren sind. Allerdings kennt die gesetzliche Rentenversicherung weitere Altersrenten, die unter besonderen persönlichen Voraussetzungen, beispielsweise bei vorliegender Schwerbehinderung, und / oder langjähriger Beitragsleistung zur gesetzlichen Rentenversicherung, einen früheren Eintritt in den Ruhestand ermöglichen.

Ein Grundsatz in der Rentenversicherung lautet: Je mehr und je länger Sie Beiträge einzahlen und je höher diese sind, desto höher fällt auch Ihre spätere Rente aus. Neben den Beitragszeiten aus Arbeitseinkommen können auch Zeiten, in denen Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt wurden, berücksichtigt werden. Darüber hinaus werden für verschiedene Sachverhalte (zum Beispiel Schulbesuch) "beitragsfreie Zeiten" berücksichtigt.

Versicherungszeiten in anderen Ländern

Waren Sie in anderen Ländern der EU, in Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz beschäftigt, werden die Versicherungszeiten, die Sie in den diesen Mitgliedstaaten zurückgelegt haben, zur Erfüllung von Wartezeiten berücksichtigt. Allerdings zahlt jeder dieser Staaten eine gesonderte Rente, sobald Sie das Rentenalter erreicht haben.

Achtung: Beachten Sie, dass die gesetzliche Rente geringer ist als Ihr Einkommen während der Berufstätigkeit. Um Ihren Lebensstandard im Alter halten zu können, sollten Sie die gesetzliche Rentenversicherung durch eine betriebliche und/oder private Vorsorge ergänzen.

Wenn Sie in einem oder mehreren Ländern der EU, Island, Lichtenstein, Norwegen oder der Schweiz gearbeitet haben, gilt: Jedes Land, in dem Sie mehr als ein Jahr Versicherungszeit zurückgelegt haben, zahlt eine gesonderte Rente, sobald Sie das jeweilige Renteneintrittsalter des betreffenden Landes erreicht haben. Die Höhe der Rente richtet sich nach den dort zurückgelegten Versicherungszeiten. Zur Erfüllung der Voraussetzungen für einen Rentenanspruch werden alle in den jeweiligen Ländern zurückgelegten Versicherungszeiten berücksichtigt. Über die Entscheidung der einzelnen Länder erhalten Sie eine zusammenfassende Mitteilung (Dokument P1). Diese Mitteilung erstellt der Rententräger, bei dem Sie Ihren Rentenantrag gestellt haben.

Rentenantrag

Den Rentenantrag stellen Sie in dem Land, in dem Sie wohnen, außer Sie haben dort nie gearbeitet. In dem Fall stellen Sie den Antrag in dem Land, in dem Sie zuletzt versichert waren. Stellen Sie in einem Land einen Rentenantrag, gilt er für alle Länder, in denen Sie Versicherungszeiten zurückgelegt haben.

Sie erhalten Ihre Rente unabhängig davon, wo Sie sich innerhalb der genannten Länder aufhalten.

Verantwortlich für den Inhalt
Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer

Letzte Aktualisierung bzw. Veröffentlichungsdatum
01.02.2020