Ausbildungsförderung für eine schulische Ausbildung (einschließlich Praktikum) in Deutschland beantragen (BAföG - Schüler)

Schülerinnen und Schüler erhalten auf Antrag bei nachgewiesenem Bedarf ab Beginn der Ausbildung eine Förderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses .

Gefördert werden Ausbildungen an Berufsfachschulen, Fachschulen, Fachoberschulen Berufsaufbauschulen, Kollegs, Akademien sowie Abendhaupt-, Abendreal- und Abendgymnasien .

Der Besuch von allgemein bildenden Schulen und Berufsfachschulen, das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und andere Formen der beruflichen Grundbildung ab Klasse 10 sowie Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt , können nur ausnahmsweise gefördert werden. Die Schülerin/der Schüler muss in jedem Fall außerhalb des Elternhauses wohnen und weitere Voraussetzungen erfüllen (§ 2 Absatz 1a BAföG). Es wird empfohlen, sich vom zuständigen Amt für Ausbildungsförderung beraten zu lassen.

Die Förderung und deren Höhe richten sich nach den geltenden Bedarfssätzen . Sie sind abhängig vom Einkommen und Vermögen der Schülerin/des Schülers und - da die Förderung grundsätzlich familienabhängig erfolgt - vom Einkommen der Eltern und des Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners. Soweit im Gesetz festgelegte Freibeträge überstiegen werden, wird dies auf den jeweiligen Bedarfssatz angerechnet und verringert den Förderungsbetrag entsprechend.

In besonders gelagerten Fällen, beispielsweise beim Besuch des Kollegs oder wenn die Schülerin/der Schüler nach Vollendung des 18. Lebensjahres mindestens fünf Jahre erwerbstätig war, kann eine elternunabhängige Förderung erfolgen (§ 11 Absatz 3 BAföG).

Schülerinnen und Schüler, die mit mindestens einem eigenen Kind bis 13 Jahre in einem Haushalt leben, erhalten einen Kinderbetreuungszuschlag von 140 € (ab Studienjahr 2020/2021 150 €) für jedes Kind als nicht rückzahlbaren Zuschuss (§ 14b BAföG).

Über die Entscheidung erhält die Schülerin/der Schüler einen schriftlichen Bescheid. Bei einem positiven Bescheid werden die Zahlungen monatlich im Voraus auf das angegebene Konto überwiesen.

Schülerinnen/Schüler mit Ausbildungsvertrag für eine betriebliche Ausbildung haben keinen Anspruch auf BAföG-Leistungen. Sie können einen Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beim zuständigen Arbeitsamt/Jobcenter stellen.


  • Förmlicher Antrag (siehe amtliche Formblätter)
  • Einkommensnachweise der Eltern, gegebenenfalls des Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners
  • Steuerbescheid vom vorletzten Kalenderjahr oder elektronische Lohnsteuerbescheinigung vom vorletzten Kalenderjahr, Arbeitslosenbescheid etc.

Welche Anlagen Sie beifügen müssen, ergibt sich auch aus den Formblättern.

Sofern Sie die unter www.bafoeg-thueringen.de bereit gestellten pdf-Dateien nutzen, wird Ihnen auch eine Liste der beizufügenden Unterlagen angezeigt.

Gegebenenfalls werden weitere Unterlagen benötigt. Hierüber informiert Sie das zuständige Amt für Ausbildungsförderung.



Ausfüllbare Formblätter als pdf-Datei mit Ausfüllhilfe finden Sie unter BAföG Online (siehe auch Elektronische Antragstellung).

Beim Ausfüllen werden Ihre Antragsangaben auf Plausibilität und Vollständigkeit geprüft. Zudem wird eine Liste der Unterlagen erstellt, die dem Antrag beizufügen sind. Die Unterlagen können eingescannt und per Upload ebenfalls elektronisch versendet werden.

Sie können die Eingabe Ihrer Daten jederzeit unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Die bereits eingegebenen Daten werden verschlüsselt auf Ihrer lokalen Festplatte, auf Wunsch Passwort geschützt, gespeichert.

Sind alle Angaben vollständig und plausibel, können die Daten an das zuständige Amt für Ausbildungsförderung übertragen werden und Ihr Antrag erhält eine Telenummer. Über die Telenummer - und später die Förderungsnummer - können Sie den Stand der Bearbeitung Ihres Antrages abfragen.

Den ausgefüllten Antrag können Sie auf verschiedene Art und Weise beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung wirksam stellen :

  1. Papierlos mit der eID-Funktion Ihres Personalausweises bzw. des elektronischen Aufenthaltstitels : Voraussetzung ist die aktivierte Onlinefunktion sowie ein Kartenleser oder ein Android-Mobilgerät mit NFC-Schnittstelle. Dann können Sie Ihren BAföG-Antrag nebst Unterlagen direkt elektronisch beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung einreichen. Die Übertragung des Antrags mittels der eID gilt als Antragsdatum.

Alternativ - mit De-Mail (nicht bei jedem Amt für Ausbildungsförderung möglich) : Voraussetzung ist ein eigener De-Mail-Account und ein De-Mail-Account des Amtes für Ausbildungsförderung. Der Versand der pdf-Datei hat mit Absenderbestätigung zu erfolgen. Das Datum des Versands gilt als Antragsdatum.

  1. Online-Antragstellung mit unterschriebenem pdf-Dokument per E-Mail : Dazu müssen Sie den ausgefüllten Antrag ausdrucken, unterschreiben und einscannten. Den Antrag nebst Unterlagen laden Sie über das Dokumenten-Upload hoch und übermitteln ihn so dem Amt für Ausbildungsförderung. Das Eingangsdatum gilt als Antragsdatum.
  2. Online-Antragstellung mit unterschriebenem pdf-Dokument per Post oder persönlich : Sie können Ihren ausgefüllten Antrag ausdrucken, unterschreiben und per Post an das Amt für Ausbildungsförderung senden oder dort persönlich abgeben. Als Eingangsdatum gilt als Antragsdatum.

Ausfüllbare Formblätter als pdf-Datei ohne Ausfüllhilfe finden Sie nach der Ort/Ortsteil - Eingabe bei dem zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Die wirksame Antragstellung kann per De-Mail, per E-Mail, auf dem Postweg oder persönlich erfolgen.


Weiterführende Links

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Förderung ist, dass Sie die erforderlichen Mittel für Ihren Lebensunterhalt und die Ausbildung nicht anderweitig aufbringen können.

Zudem müssen Sie die persönlichen Voraussetzungen erfüllen:

  • Ausbildungsförderung erhalten neben Deutschen auch ausländische Personen. Die konkreten Voraussetzungen für eine Gleichstellung hängen von ihrem jeweiligen Aufenthaltsstatus ab (§ 8 BAföG).

  • Weitere Voraussetzung ist in der Regel ein Höchstalter von 29 Jahren bei Beginn der Ausbildung.

Es muss sich um eine Vollzeitausbildung handeln.


Hinweise

Der Antrag kann von der Schülerin/dem Schüler selbst - sofern sie/er das 15. Lebensjahr vollendet hat - oder von den gesetzlichen Vertretern gestellt werden.

Bei Fragen zu den Leistungen und zum Antrag wenden Sie sich bitte ausschließlich und möglichst frühzeitig vor Beginn der Ausbildung an das für Sie zuständige Amt für Ausbildungsförderung. Dieses wird Sie individuell beraten.

Verantwortlich für den Inhalt
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG)

Letzte Aktualisierung bzw. Veröffentlichungsdatum
12.08.2020