Zugang zu den Stasi-Unterlagen zur eigenen Person, vermissten oder verstorbenen Angehörigen beantragen

Zugang zu den Stasi-Unterlagen beantragen Sie bei der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Sie können Auskunft, Akteneinsicht und/oder die Herausgabe von Duplikaten beantragen.

Zugang zu Informationen zur eigenen Person:
Sie haben das Recht, alle in den vorhandenen und erschlossenen Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR ("Stasi") enthaltenen Informationen zu Ihrer Person einzusehen. Enthalten die Unterlagen Decknamen von Mitarbeitern des Staatssicherheitsdienstes, die Informationen über Sie gesammelt oder verwertet haben, dann können Sie die Namen dieser Personen erfahren. Dazu können Sie nach der Akteneinsicht einen Antrag auf Entschlüsselung der Decknamen stellen.

Als ehemalige/r Mitarbeiter/in oder Begünstigte/r des Staatssicherheitsdienstes haben Sie eingeschränkte Zugangsrechte. Sie können die Informationen einsehen, die in den von der Stasi zu Ihrer Person geführten Unterlagen enthalten sind. Einsicht in von Ihnen gefertigte Berichte erhalten Sie dagegen grundsätzlich nicht.

Zugang zu Informationen zu anderen Personen:
Der Zugang zu Informationen, die andere Personen betreffen, ist grundsätzlich nicht zulässig. Für nahe Angehörige von Vermissten oder Verstorbenen gelten jedoch Ausnahmeregelungen. Als naher Angehöriger können Sie Akteneinsicht erhalten, soweit Sie ein berechtigtes Interesse glaubhaft machen, das in Zusammenhang mit dem Aufarbeitungszweck des Stasi-Unterlagen-Gesetzes steht. Ein solches ist beispielsweise gegeben, wenn der Antrag die Rehabilitierung, den Schutz des Persönlichkeitsrechts oder die Aufklärung des Schicksals der vermissten oder verstorbenen Person zum Gegenstand hat.
Einen Antrag zu einem vermissten oder verstorbenen nahen Angehörigen müssen Sie deshalb entsprechend begründen.
 
Lassen Sie sich beim BStU beraten, ob in Ihrem Fall die Voraussetzungen gegeben sind.

Den Zugang zu den Stasi-Unterlagen erhalten Sie in Form

  • der schriftlichen Auskunft,
  • der Akteneinsicht oder
  • der Herausgabe von Duplikaten.

Zu vielen Personen gibt es in den Archiven keine eigens angelegten Akten. Wenn Sie vermuten, dass Sie in Unterlagen zu anderen Personen erwähnt sind, können Sie auch in diese Informationen Einsicht beantragen. Dafür sind entsprechende Angaben erforderlich, die das Auffinden der Informationen ermöglichen. In diesem Fall beraten Sie die Mitarbeiter/innen der Behörde gern.

Hinweis:
Noch immer erschließt der BStU Stasi-Unterlagen und macht sie nutzbar. Nach einer Akteneinsicht oder wenn beim ersten Antrag zunächst keine Unterlagen auffindbar waren, kann deshalb ein Wiederholungsantrag nach einigen Jahren zu neuen Ergebnissen führen.

 


Zugang zu Informationen zur eigenen Person

  • Antrag mit persönlicher Unterschrift
  • Identitätsbestätigung (nicht älter als ein Jahr)
  • Als Bestätigung gilt entweder
    • eine Auskunft aus dem Melderegister
    • eine Bescheinigung der Meldebehörde mit Dienstsiegel oder
    • eine amtlich beglaubigte Kopie eines gültigen Personaldokuments
  • bei persönlicher Antragstellung in einer Dienststelle des BStU: gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • bei Antragstellung online: Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion

Zugang als nahe/r Angehörige/r einer vermissten oder verstorbenen Person

  • Nachweis, dass die betreffende Person vermisst oder verstorben ist (zum Beispiel Kopie der Vermisstenanzeige oder der Sterbeurkunde)
  • Nachweise über das Verwandtschaftsverhältnis (zum Beispiel Kopien von Personenstandsurkunden), bei nahen Angehörigen bis zum dritten Grad außerdem Nachweise, dass keine näheren Angehörigen mehr vorhanden sind
  • Angaben zum Zweck beziehungsweise zum berechtigten Interesse, zu dem der Zugang zu den Unterlagen begehrt wird

Bitte lassen Sie sich gegebenenfalls beim BStU beraten, ob beziehungsweise welche weiteren Nachweise Sie in Ihrem konkreten Fall einreichen müssen.



  • Formular: ja
  • Onlineverfahren möglich: ja
  • Schriftform erforderlich: ja
  • Persönliches Erscheinen nötig: ja (zur Akteneinsicht)

Weiterführende Links

Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)
+49 30 232450
www.bstu.de/ Öffnet in neuem Fenster

Voraussetzungen

Zugang zu Informationen zur eigenen Person: Keine rechtlichen Voraussetzungen

Zugang als nahe/r Angehörige/r einer vermissten oder verstorbenen Person:

  • Sie sind Ehegatte, Kind, Enkelkind, Eltern oder Geschwister der vermissten oder verstorbenen Person und
  • können ein berechtigtes Interesse glaubhaft machen, das im Zusammenhang mit dem Aufarbeitungszweck des Stasi-Unterlagen-Gesetzes steht.
  • Sie sind Verwandte/r bis zum dritten Grad (Großeltern, Onkel, Tante, Neffe, Nichte oder Urenkel der vermissten oder verstorbenen Person) und können glaubhaft machen, dass keine näheren Verwandten vorhanden sind.
  • Eine Antragstellung ist möglich zum Zweck der Rehabilitierung, des Schutzes des Persönlichkeitsrechts und der Aufklärung des Schicksals Vermisster oder Verstorbener.

Im Rahmen des geltend gemachten berechtigten Interesses beziehungsweise zulässigen Antragszwecks erhalten Sie Zugang zu den Akten, soweit dadurch keine überwiegenden schutzwürdigen Interessen anderer Personen beeinträchtigt werden.
Zugang kann nicht gewährt werden, wenn der Vermisste oder Verstorbene eine entsprechende Verfügung hinterlassen hat oder sein entgegenstehender Wille sich aus anderen Umständen eindeutig ergibt.

Zugang zu Stasi-Unterlagen müssen Sie schriftlich beim BStU beantragen:
Schriftlicher Antrag:

  • Das Antragsformular erhalten Sie bei allen Dienststellen des BStU, auf Anfrage kann es Ihnen per Post übersendet werden. Außerdem steht Ihnen das Antragsformular auf der Internetseite des BStU zum Herunterladen und Ausdrucken zur Verfügung.
  • Füllen Sie das Formular vollständig aus und schicken Sie es zusammen mit allen erforderlichen Unterlagen per Post an den BStU.

Hinweis:
Es genügt ein formloser schriftlicher, von Ihnen persönlich unterschriebener Antrag. Wir empfehlen, das vom BStU bereitgestellte Antragsformular zu verwenden, mit dem alle für die Bearbeitung relevanten Daten erfasst werden können.
Onlineantrag:

  • Mit Ihrem Personalausweis und freigeschalteter Online-Ausweisfunktion ist die Antragstellung auch über ein online-Formular möglich.
  • Sie benötigen dafür ein Kartenlesegerät oder ein geeignetes Smartphone zum Auslesen des Ausweisdokumentes.
  • Beim online-Verfahren werden die für die Authentifizierung erforderlichen Daten direkt über die online-Ausweisfunktion aus dem Personalausweis ausgelesen.

Antragsprüfung:

  • Ergeben die Karteirecherchen keine Erfassung zu Ihnen oder der vermissten oder verstorbenen Person, dann erhalten Sie eine entsprechende Auskunft. Die Bearbeitung Ihres Antrages ist damit abgeschlossen.
  • Sofern Sie mit Ihren Personalien in den Karteien des MfS erfasst, weitere Unterlagen aber nicht vorhanden sind, übersenden wir Ihnen eine abschließende Auskunft mit Kopien der Karteikarten.
  • Finden sich in den Karteien Hinweise auf die Existenz weiterer Unterlagen, wird die Recherche in den Archiven des BStU fortgesetzt. Sie erhalten dann einen entsprechenden Zwischenbescheid mit dem Hinweis, dass Sie mit einer Wartezeit rechnen müssen.
  • Nach der Prüfung werden alle zu Ihrem Antrag vorhandenen Unterlagen zur Akteneinsicht vorbereitet. Da sich Ihr Recht auf Akteneinsicht nur auf Informationen bezieht, die Sie selbst betreffen, werden gegebenenfalls Textpassagen geschwärzt oder abgedeckt. Das betrifft jedoch nicht die Namen beziehungsweise Decknamen von hauptamtlichen oder inoffiziellen Mitarbeitern des Staatssicherheitsdienstes, diese bleiben erkennbar.
  • Nach Abschluss der Vorbereitungsarbeiten werden Sie zur persönlichen Akteneinsicht in die BStU-Dienststelle Ihrer Wahl eingeladen. Vor und nach der Akteneinsicht stehen Ihnen Mitarbeiter/innen der Behörde für Gespräche und Fragen zur Verfügung.
  • Bei geringeren Aktenumfängen oder wenn Sie dies ausdrücklich beantragt haben, werden Ihnen anstelle einer Akteneinsicht die Unterlagen und gegebenenfalls Erläuterungen dazu per Post zugesandt.

 


Verantwortlich für den Inhalt
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Letzte Aktualisierung bzw. Veröffentlichungsdatum
21.07.2020