Zugang zu den Stasi-Unterlagen für Forschung oder Medien beantragen

 Zugang zu den Stasi-Unterlagen beantragen Sie bei der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Sie können entweder an ein oder mehreren Tagen Akteneinsicht nehmen und/oder die Herausgabe von Duplikaten beantragen.

Mit dem Zugang zu Stasi-Unterlagen können Sie

  • die Tätigkeit des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR),
  • die Herrschaftsmechanismen der ehemaligen DDR oder der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone (SBZ) oder
  • die nationalsozialistische Vergangenheit

aufarbeiten und Ihre Ergebnisse veröffentlichen.

Mit Ihrem Antrag leitet der BStU sachthematische Recherchen oder Personenrecherchen in seinen Archiven ein. Die Rechercheergebnisse werden ausgewertet und die Unterlagen auf möglicherweise enthaltene schutzwürdige personenbezogene Informationen durchgesehen. Erst dann erhalten Sie Zugang zu themenrelevanten Informationen aus den Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes.  

Den Zugang zu den Stasi-Unterlagen erhalten Sie in Form

  • der Akteneinsicht,
  • der Herausgabe von Duplikaten.

Hinweis:
Für die Veröffentlichung Ihrer Aufarbeitungsergebnisse werden Sie bei der Herausgabe von Unterlagen darauf hingewiesen, dass Sie
die Kopien nicht für andere Zwecke, als den bei Antragstellung benannten Aufarbeitungszweck verwenden oder an andere Stellen weitergeben und
bei der Veröffentlichung von personenbezogenen Informationen keine überwiegenden schutzwürdigen Interessen der genannten Personen beinträchtigen dürfen.


Für Forschung, insbesondere private Forschung:

  • Konzept
  • Exposé oder
  • genaue Erläuterungen zum Vorhaben und zum Verwendungszweck

Medienvertreter:

  • Kopie des Presseausweises
  • Projektauftrag oder
  • Schreiben des Auftraggebers oder
  • anderer geeigneter Nachweis der journalistisch-redaktionellen Tätigkeit


  • Formulare: ja
  • Schriftform erforderlich: ja
  • Persönliches Erscheinen nötig: nein
  • Onlineverfahren möglich: nein

Weiterführende Links

Voraussetzungen

Sie sind

  • Forscher/in an einer etablierten Forschungseinrichtung
  • Privatperson mit Forschungsvorhaben
  • Vertreter/in der Medien (Presse, Rundfunk, Film) oder
  • Vertreter/in einer Einrichtung der politischen Bildung

Ihr Forschungsvorhaben muss

  • thematisch abgrenzbar sein und
  • der politischen und historischen Aufarbeitung
    • der Tätigkeit des Staatssicherheitsdienstes
    • der Herrschaftsmechanismen der ehemaligen DDR oder der ehemaligen SBZ oder
    • der nationalsozialistischen Vergangenheit

dienen

Sie weisen ein erkennbares Interesse nach, die Forschungsergebnisse oder Medienbeiträge zu publizieren, beispielsweise

  • durch Veröffentlichung in laufenden Forschungsprojekten an Universitäten
  • durch Verwendung der Erkenntnisse für Bücher
  • für Rundfunk- und Fernsehbeiträge oder
  • für Zeitungs- und Zeitschriftenartikel

Zugang zu Stasi-Unterlagen müssen Sie schriftlich beim BStU beantragen:

  • Laden Sie sich das Antragsformular auf der Internetseite des BStU herunter.
  • Füllen Sie es vollständig aus und schicken Sie es zusammen mit allen erforderlichen Unterlagen per Post an den BStU
  • Nach Eingang Ihres Forschungs- oder Medienantrags wird dieser auf Vollständigkeit, Zulässigkeit und anfallende Kosten geprüft. Gegebenenfalls werden Sie aufgefordert, Informationen oder Unterlagen nachzureichen.
  • Sind alle gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen erfüllt, wird entsprechend Ihres Aufarbeitungsthemas entschieden, ob die Bearbeitung in der Zentralstelle Berlin oder, bei regionalem Bezug, in einer der Außenstellen des BStU erfolgt.
  • Konnten bei den Recherchen keine Informationen zu Ihrem Aufarbeitungsthema ermittelt werden, erhalten Sie darüber einen Bescheid.
  • Sind Unterlagen vorhanden, werden diese aus den Archiven angefordert. Das Archivmaterial wird im Hinblick auf das Thema Ihres Antrags ausgewertet, gelesen und der Zugang vorbereitet.
  • Das Material wird für Sie zur Akteneinsicht und/oder Herausgabe von Duplikaten vorbereitet.
  • Eine Einladung zur Akteneinsicht mit einem Terminvorschlag erhalten Sie grundsätzlich per Post oder die Abstimmung erfolgt per E-Mail.
  • Die Duplikate werden Ihnen per Post zugesandt oder können nach Vereinbarung persönlich abgeholt werden. An Medienvertreter können diese auf Wunsch über eine online-Plattform bereitgestellt werden.