Entlastung vom deutschen Steuerabzug nach § 50a EStG gemäß § 50d EStG erhalten

Für Vergütungen, die vor dem 1. Januar 2014 zugeflossen sind, ist das für den Schuldner der Vergütungen zuständige Finanzamt, für Vergütungen, die ab dem 1. Januar 2014 zugeflossen sind, ist das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für die Prüfung der Abzugsteuerpflicht zuständig. Anträge auf Entlastung vom Steuerabzug werden für sämtliche Zeiträume vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) bearbeitet.

Inländische Einkünfte von ausländischen Künstlern, Sportlern, Lizenzgebern und Aufsichtsräten unterliegen der beschränkten Steuerpflicht. Das BZSt besteuert diese Einkünfte in einem Steuerabzugsverfahren.

Sie können beim BZSt einen Antrag auf Entlastung von der deutschen Abzugsteuer stellen. Ausländische Steuerpflichtige werden vom deutschen Steuerabzug entlastet, indem

  • bereits gezahlte Steuern zurückerstattet werden oder
  • mit einer Freistellungsbescheinigung zukünftig der Steuerabzug ganz oder teilweise entfällt.

In Deutschland beschränkt steuerpflichtig sind:

  • Natürliche Personen, wenn sie in Deutschland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und sie deutsche Einkünfte erzielen.
  • Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, wenn sie in Deutschland weder ihre Geschäftsleitung noch ihren Sitz haben und sie deutsche Einkünfte erzielen.

Wenn es zwischen Deutschland und dem Ansässigkeitsstaat des Vergütungsgläubigers kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) gibt, kann keine Entlastung vom deutschen Steuerabzug erfolgen.

Sie können eine etwaige Doppelbesteuerung in diesem Fall allenfalls durch entsprechende nationale Regelungen im Ansässigkeitsstaat vermeiden.

Die Anträge auf Abzugsteuerentlastung bearbeitet das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).
 


Bei der Antragstellung müssen Sie einreichen:

  • bei Bevollmächtigung: Vertretungsvollmacht
  • Ansässigkeitsbescheinigung auf dem Antragsvordruck
  • Vertragskopie
  • in Erstattungsfällen die durch den Vergütungsschuldner ausgestellte Steuerbescheinigung im Original
  • in Erstattungsfällen, in denen die Auszahlung an einen anderen als den Vergütungsgläubiger beziehungsweise Antragsteller gewünscht ist, eine vom Vergütungsgläubiger erteilte Inkassovollmacht im Original

Wenn Sie Gesellschafter sind, müssen Sie zudem folgende Unterlagen beifügen:

  • Handelsregisterauszug,
  • Organigramm (mit Angaben der prozentualen Beteiligungsverhältnisse)

Weitere zur Prüfung erforderliche Unterlagen fordert das BZSt bei Bedarf an.
 



  • Formulare: ja
  • Onlineverfahren möglich: nein
  • Schriftform erforderlich: ja
  • Persönliches Erscheinen nötig: nein
     

Weiterführende Links

Voraussetzungen

Anträge können stellen:

  • ausländische Künstler
  • ausländische Sportler
  • ausländische Lizenzgeber
  • ausländische Aufsichtsräte

Weitere Voraussetzungen:

  • bei Erstattung: Abführung der Abzugsteuer
  • Zwischen Deutschland und dem Ansässigkeitsstaat muss ein Doppelbesteuerungsabkommen existieren
     

Sie müssen den Antrag auf Abzugsteuerentlastung auf dem amtlichen Vordruck schriftlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), Referat St II 9 stellen.

  • Laden Sie den Antrag von der Internetseite des BZSt herunter. Füllen Sie den Antrag elektronisch aus. Drucken Sie ihn aus und unterschreiben Sie ihn.
  • Senden Sie den Antrag und alle Unterlagen an das BZSt.
  • Ihr Antrag wird vom BZSt bearbeitet und geprüft.
  • Sie erhalten eine Freistellungsbescheinigung beziehungsweise einen Freistellungsbescheid (Erstattung) oder einen Bescheid über die Ablehnung Ihres Antrages.
  • Im Falle der Erteilung einer Freistellungsbescheinigung erhält der Vergütungsschuldner eine entsprechende Mitteilung in Form einer Kopie der Freistellungsbescheinigung für seine Akten.
  • Bei Erstattungsanträgen erfolgt die Auszahlung des Erstattungsbetrages etwa vier Wochen nach Erhalt des Freistellungsbescheides.