Pauschbetrag für behinderte Menschen beantragen

Für Kosten auf Grund einer Behinderung können Sie einen Behinderten-Pauschbetrag beantragen.
1. Höhe der Pauschbeträge
Ab dem Veranlagungszeitraum 2021 beträgt Ihr Pauschbetrag pro Jahr bei einem Grad der Behinderung von mindestens
  • 20 :    384 Euro
  • 30 :    620 Euro
  • 40 :    860 Euro
  • 50 :  1.140 Euro
  • 60 :  1.440 Euro
  • 70 :  1.780 Euro
  • 80 :  2.120 Euro
  • 90 :  2.460 Euro
  • 100: 2.840 Euro.

Bis zum Veranlagungszeitraum 2020 betrugen die Pauschbeträge pro Jahr bei einem Grad der Behinderung von

  • 25 und 30:      310 Euro
  • 35 und 40:      430 Euro
  • 45 und 50:      570 Euro
  • 55 und 60:      720 Euro
  • 65 und 70:      890 Euro
  • 75 und 80:   1.060 Euro
  • 85 und 90:   1.230 Euro
  • 95 und 100: 1.420 Euro

Sollten Sie blind oder dauernd hilflos sein, erhalten Sie einen Pauschbetrag von 7.400 Euro (bis 2020: 3.700 Euro) jährlich. Die Voraussetzungen sind durch Ihren Ausweis nach § 69 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (früher: Schwerbehindertenausweis), der mit dem Merkzeichen Bl oder H gekennzeichnet ist, oder durch Ihren Bescheid über die Einstufung in Pflegestufe III nachzuweisen.

Der Pauschbetrag für Hinterbliebene beträgt 370 Euro jährlich. Zu hinterbliebenen Personen zählen Sie, wenn Ihnen laufende Hinterbliebenenbezüge bewilligt worden sind, z. B. nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

2. Gültigkeitsdauer:

Der Freibetrag wird Ihnen solange gewährt, wie Ihr Ausweisdokument gültig ist.
Den Freibetrag für behinderte Menschen müssen Sie neu beantragen, wenn:

  • der Gültigkeitszeitraum abgelaufen ist,
  • die Voraussetzungen erstmalig vorliegen oder
  • Veränderungen im Grad der Behinderung eingetreten sind.

3. Übertragung von Freibeträgen auf andere Personen:

  • Steht der Pauschbetrag Ihrer Ehegattin bzw. Ihrem Ehegatten / eingetragener Lebenspartnerin bzw. eingetragenem Lebenspartner oder Ihrem Kind d zu, für das ein Anspruch auf einen Freibetrag für Kinder oder Kindergeld besteht, und nehmen diese Personen den Pauschbetrag nicht in Anspruch, so kann dieser bei Ihnen berücksichtigt werden.
  • Der einem Kind zustehende Pauschbetrag wird grundsätzlich auf beide Elternteile zur Hälfte übertragen, es sei denn, der Kinderfreibetrag wurde auf den anderen Elternteil übertragen.
  • Auf gemeinsamen Antrag der Eltern ist eine andere Aufteilung möglich.
  • Ist ein Elternteil verstorben oder lebt er nicht im Inland, kann der Pauschbetrag in voller Höhe beim anderen Elternteil berücksichtigt und damit übertragen werden.

Die Pauschbeträge können auch im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer (Steuererklärung) geltend gemacht werden.

Ab Veranlagungszeitraum 2021 erhalten Sie

  1. mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80, oder
  2. mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70 und dem Merkzeichen "G", oder
  3. mit dem "aG", "Bl" oder "H"

eine behinderungsbedingte Fahrtkosten-Pauschale gewährt. Diese beträgt in den Fällen der Nr. 1: 900 Euro, in den Fällen der Nummer 2 und 3: 4.500 Euro

Formular "Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung" mit Steueridentifikationsnummer und Unterschrift (ggf. beider Ehegatten / Lebenspartner).
  • Schriftlich (per Brief): Schwerbehindertenausweis oder (bei einem Grad der Behinderung unter 50) Bescheinigung des Versorgungsamtes bzw. entsprechender Bescheid (Kopie genügt)
  • Persönlich:  Schwerbehindertenausweis oder (bei einem Grad der Behinderung unter 50) Bescheinigung des Versorgungsamtes bzw. entsprechender Bescheid (Original), Identitätspapier
  • durch Bevollmächtigten: Schwerbehindertenausweis oder (bei einem Grad der Behinderung unter 50) Bescheinigung des Versorgungsamtes bzw. entsprechender Bescheid, Identitätspapier des Bevollmächtigten und schriftliche Vollmacht

Hinweise:

  • Für das Formular s. Links. Die benötigten Anlagen (hier: mindestens Anlage "Sonderausgaben / außergewöhnliche Belastungen") können dem Hauptvordruck durch Anklicken des entsprechenden Kästchens auf der ersten Seite hinzugefügt werden.
  • Für die Übertragung des Kinderfreibetrags aufgrund mangelnden Unterhalts sind keine Belege notwendig.
  • Der Vordruck "Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung" existiert nicht mehr. Bitte nun das Formular 'Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung' mit den Anlagen Kinder, Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen und Werbungkosten nutzen (s. Links).

Voraussetzungen

Ab dem Veranlagungszeitraum 2021 stehen Ihnen die Pauschbeträge zu, wenn Sie zu folgenden Personengruppen gehören:
1. Behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 20 oder
2. Hinterbliebene nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung

Bis zum Veranlagungszeitraum 2020 standen Ihnen die Pauschbeträge zu, wenn Sie zu folgenden Personengruppen gehörten:
1. Behinderten Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 25

Behinderten Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 25 steht der entsprechende Pauschbetrag unter folgenden weiteren Voraussetzungen zu:

  • Es besteht wegen der Behinderung ein gesetzlicher Anspruch auf Rente (z. B. Unfallrente, nicht aber aus der gesetzlichen Rentenversicherung) oder andere laufende Bezüge oder
  • die Behinderung hat zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt oder beruht auf einer typischen Berufskrankheit.

2. Hinterbliebene nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung

Hinweise

Bitte beachten Sie die Erforderlichkeit entsprechender Nachweise über die Zugehörigkeit zu einer der genannten Personengruppen. 
§ 33b Einkommensteuergesetz (EStG)

Weiterführende Links

  • Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2022
•    Den Pauschbeträge beantragen Sie in der jeweiligen Einkommensteuererklärung.

 

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