Steuerberaterin oder Steuerberater; ausländische Berufsqualifikation anerkennen

Die Eignungspr ü fung nach § 37a Abs. 2 StBerG ist nur f ü r Personen gedacht, die mit einer Berufsqualifikation, die sie im europ ä ischen Ausland erworben haben oder dort die anerkannt wurde ( § 5 Abs. 2 Nr. 4 DVStB) und die sie dort zur Hilfeleistung in Steuersachen berechtigt, in Deutschland gesch ä ftsm äß ig (d.h. selbst ä ndig) als Steuerberater t ä tig werden oder hier den Titel " Steuerberater " f ü hren wollen. Personen aus einem Mitglied-oder Vertragsstaat oder der Schweiz, die hier in Deutschland lediglich eine nichtselbst ä ndige Arbeit in einem steuerberatenden Beruf suchen, ben ö tigen hier-f ü r keine zus ä tzliche Pr ü fung. Der Beruf einer nichtselbst ä ndig t ä tig werdenden Assistenzkraft eines Steuerberaters oder einer Steuerabteilung ist in Deutschland nicht reglementiert. Arbeitssuchende k ö nnen sich mit einer ausl ä ndischen Qualifikation direkt auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewerben. Ein zus ä tzlicher Qualifikationsnachweis oder eine besondere Anerkennung der ausl ä ndischen Qualifikation ist hierf ü r in Deutschland nicht vorgeschrieben. Nur wenn eine Person hier in Deutschland gesch ä ftsm äß ig Hilfeleistung in Steuersachen erbringen oder den Titel " Steuerberater " f ü hren will, ist der Zugang zum Beruf des Steuerberaters in der Bundesrepublik Deutschland reglementiert. Ein Berufszugang ist allein mit einer abgeschlossenen in-oder ausl ä ndischen Berufsausbildung (Studium oder kaufm ä nnische Ausbildung) nicht m ö glich. In jedem Fall muss vorher u.a. zus ä tzlich eine staatliche Pr ü fung (die Steuerberaterpr ü fung oder die Eignungspr ü fung) erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Eignungspr ü fung ist eine besondere Form der Steuerberaterpr ü fung. Inhaltlich unterscheiden sich die Steuerberaterpr ü fung und die Eignungspr ü fung prinzipiell nicht. F ü r das Zulassungsverfahren und den Umfang des Pr ü fungsstoffs gelten aber bei der Eignungspr ü fung erleichternde Sonderregelungen (Entfall von vorherigen Praxiszeiten im Inland sowie von Pr ü fungsgebieten bei Nachweis vorhandener Kenntnisse). Beide Pr ü fungen werden regelm äß ig zusammen durchgef ü hrt. Auch eine Trennung der Kandidaten findet regelm äß ig nicht statt.

Wenn sowohl die Voraussetzungen f ü r die Zulassung zur Steuerberaterpr ü fung als auch die Voraussetzungen f ü r die Zulassung zur Eignungspr ü fung erf ü llt sind, steht es dem Bewerber frei, welche Form der Pr ü fung er beantragt.

 


  • Prüfungszeugnisse, Diplome, Befähigungs und Ausbildungsnachweise, Urkunden und sonstige Bescheinigungen über die gesetzlichen Vorbildungsvoraussetzungen für die Prüfung als Steuerberater/-in (Abschriften/Kopien bitte nur mit amtlicher Beglaubigung)
  • Lebenslauf
  • Passbild
  • Die geforderten Befähigungs oder Ausbildungsnachweise müssen in einem Mitgliedstaat oder Vertragsstaat oder der Schweiz von einer nach den dortigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften zuständigen Behörde ausgestellt worden sein.

Hinweis:

Eigene Unterlagen sind in deutscher Sprache einzureichen; sonstige Unterlagen sind mit einer beglaubigten Übersetzung in deutscher Sprache vorzulegen.



Antragsvordrucke sind im Internet der Steuerberaterkammern abrufbar.


Voraussetzungen

Die Zulassung zu der Eignungsprüfung setzt folgende Bedingungen voraus:

  • Sie besitzen einen Befähigungs oder Ausbildungsnachweis, der im Herkunftsland zur selbständigen Hilfe in Steuersachen berechtigt. (Der Befähigungs- und Ausbildungsnachweis muss von einer nach den Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Herkunftslandes benannten zuständigen Behörde ausgestellt worden sein und bescheinigen, dass Sie in dem Staat, in dem Sie die Berufsqualifikation erworben haben, zur Hilfe in Steuersachen berechtigt sind.)
  • Sie besitzen Ausbildungsnachweise, die den erfolgreichen Abschluss einer absolvierten Ausbildung bescheinigen. (Ausbildung in einem anderen Mitglied oder Vertragsstaat oder der Schweiz auf Voll- oder Teilzeitbasis im Rahmen von Ausbildungsprogramme) Außerdem ist die Ausbildung gleichwertig anerkannt
  • Berufsqualifikationen, die zwar nicht (mehr) den gesetzlichen Anforderungen des Herkunftslandes für die Aufnahme und Ausübung des Berufs des Steuerberaters entsprechen, Sie aber in der Vergangenheit erworbene Rechte besitzen und somit Bestandsschutz haben.

Hinweis:

Ist der Beruf des Steuerberaters im Herkunftsland nicht reglementiert, das heißt ist die Aufnahme und Ausübung der beruflichen Tätigkeit nicht durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen gebunden, setzt die Zulassung zur Eignungsprüfung zusätzlich voraus, dass der Beruf des Steuerberaters 1 Jahr in den vorhergehenden 10 Jahren im Herkunftsland in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden ausgeübt wurde.

In diesem Fall muss die zuständige Behörde des Herkunftslandes zusätzlich bescheinigen, dass der Bewerber auf die Ausübung des Berufs vorbereitet wurde.

Die Pflicht zum Nachweis dieser einjährigen Berufserfahrung entfällt jedoch, wenn durch den Ausbildungsnachweis der Abschluss einer reglementierten Ausbildung bestätigt wird.

 

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Steuerberaterkammern der jeweiligen Bundesl ä nder.


Weiterführende Links

  • Die Eignungsprüfung wird vor der zuständigen obersten Landesfinanzbehörde abgelegt. Die Zulassung zur Prüfung und die organisatorische Durchführung der Prüfung sind Aufgaben der zuständigen Steuerberaterkammer.
  • Die Prüfung setzt sich aus einem schriftlichen Teil mit höchstens 2 Klausurarbeiten und einer mündlichen Prüfung zusammen. Im Unterschied zur "normalen" Steuerberaterprüfung handelt es sich bei der Eignungsprüfung jedoch um eine verkürzte Prüfung, da nicht alle Prüfungsgebiete geprüft werden. Im Einzelnen sind die Prüfungsgebiete der Eignungsprüfung:
    • Steuerliches Verfahrensrecht sowie Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitenrecht
    • Steuern vom Einkommen und Ertrag
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    • Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer und Grundsteuer
    • Verbrauch- und Verkehrsteuern, Grundzüge des Zollrechts
    • Handelsrecht sowie Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Gesellschaftsrechts, des Insolvenz-rechts und des Rechts der Europäischen Union
    • Betriebswirtschaft und Rechnungswesen
    • Volkswirtschaft und
    • Berufsrecht
  • Die Prüfung in einem der genannten Prüfungsgebiete entfällt, wenn der Bewerber nachweist, dass er im Rahmen seiner bisherigen Ausbildung, durch Fortbildung oder im Rahmen seiner bisherigen Berufstätigkeit einen wesentlichen Teil der Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen erlangt hat, die in dem entfallenden Prüfungsgebiet gefordert werden und die von einer zuständigen Stelle formell anerkannt wurden.
  • Der Nachweis der im Rahmen der bisherigen Ausbildung erworbenen Kenntnisse ist durch Diplome oder gleichwertige Prüfungszeugnisse einer staatlichen oder staatlich anerkannten Universität oder einer Hochschule oder einer anderen Ausbildungseinrichtung zu führen.Zum Nachweis der im Rahmen der bisherigen beruflichen Tätigkeit erworbenen Kenntnisse sind Falllisten vorzulegen, die regelmäßig folgende Angaben enthalten müssen: Akten oder Geschäftszeichen, Gegenstand, Zeitraum, Art und Umfang der Tätigkeit, Sachstand. Ferner sind auf Verlangen der für die Prüfung zuständigen Stelle anonymisierte Arbeitsproben vorzulegen.
  • Nach bestandener Eignungsprüfung erfolgt die Bestellung als Steuerberaterin oder Steuerberater durch die zuständige Steuerberaterkammer mit denselben Rechten und Pflichten.