Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Erteilung Kindheitspädagogin oder Kindheitspädagoge mit Berufsqualifikation aus dem Ausland

Der Beruf der Kindheitspädagogin bzw. des Kindheitspädagogen ist in Deutschland durch die einzelnen Bundesländer reglementiert. Das heißt, Sie dürfen in diesem Beruf im Land Brandenburg nur dann arbeiten, wenn Sie eine formale Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannte Kindheitspädagogin"/"Staatlich anerkannter Kindheitspädagoge" haben. Um diese Berechtigung zur erhalten, muss Ihre ausländische Berufsqualifikation vom Bundesland Brandenburg staatlich anerkannt werden. Dies geschieht auf Antrag beim Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Nach der Antragstellung wird zunächst die Gleichwertigkeit Ihrer ausländischen Berufsqualifikation geprüft. Das bedeutet, das geprüft wird, ob Ihre Ausbildung dem Studiengang Bildung und Erziehung in der Kindheit in Brandenburg entspricht. Die Feststellung der Gleichwertigkeit ist wiederum Voraussetzung für die Erteilung der staatlichen Anerkennung. Liegt eine Gleichwertigkeit Ihrer ausländischen Berufsqualifikation vor, werden anschließend die sonstigen Voraussetzungen für die staatliche Anerkennung geprüft (Sprachkenntnisse, persönliche und gesundheitliche Eignung).

Einen Antrag können alle Personen stellen, die in Ihrem Herkunftsland qualifiziert sind, als Kindheitspädagogin bzw. Kindheitspädagoge zu arbeiten. Es ist unwichtig, welche Staatsangehörigkeit Sie besitzen oder in welchem Land Sie Ihre Qualifikation erworben haben. Ein Antrag kann auch aus dem Ausland gestellt werden. Sie müssen aber die Absicht haben und ggf. dokumentieren in Brandenburg tätig zu werden. 


Zur Bewertung Ihrer Qualifikation (Bewertung der Gleichwertigkeit) sind folgende Unterlagen nötig:

  1. eine tabellarische Auflistung, in der Sie Ihre abgeschlossenen Ausbildungen und beruflichen Erfahrungen dokumentieren (in deutscher Sprache);
  2. ein Identitätsnachweis (zum Beispiel Pass oder Personalausweis);
  3. Nachweis der ausländischen Berufsqualifikationen (Nachweis über den ausländischen Studienabschluss einschließlich des gesamten Zeugnisses; das Zeugnis soll absolvierte Fächer und den Umfang des Fachpraktikums in Tagen dokumentieren; Vorlage des Diploma Supplements);
  4. Nachweise über einschlägige Berufserfahrungen und sonstige für den Beruf relevante Nachweise (zum Beispiel Bescheinigungen über Weiterbildungen);
  5. eine Bescheinigung über die Berechtigung zur Arbeit in dem Beruf desjeweiligen Staates, in dem Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen haben;
  6. eine Erklärung, ob und bei welcher Stelle bereits ein Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit gestellt wurde;
  7. ein ggf. erteilter Bescheid eines anderen Landes

Die Unterlagen zu den Nummern 2 bis 6 müssen Sie in amtlich beglaubigter Kopie und als Übersetzungen in deutscher Sprache vorlegen.

Für die Erteilung der staatlichen Anerkennung sind folgende Unterlagen nötig:

  1. ein Identitätsnachweis (zum Beispiel Pass oder Personalausweis);
  2. der Bescheid über die Feststellung der Gleichwertigkeit Ihrer Qualifikation;
  3. Nachweis der persönlichen Eignung/Zuverlässigkeit: entweder ein Dokument der zuständigen Behörde in Ihrem Herkunftsland (zum Beispiel Führungszeugnis oder ein Auszug aus dem Strafregister) oder ein deutsches Führungszeugnis (nach § 30 Bundeszentralregistergesetz), wenn Sie bereits in Deutschland leben;
  4. Nachweis der gesundheitlichen Eignung: entweder eine ärztliche Bescheinigung/eine vergleichbare Bescheinigung Ihres Herkunftslandes oder eine deutsche ärztliche Bescheinigung, wenn Sie bereits in Deutschland leben;
  5. Nachweis über die zur Berufsausübung erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache: Zertifikat über deutschen Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 (z. B. Goethe-Institut-Zertifikat B2) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.  

Die Unterlagen unter 3 und 4 dürfen nicht älter als drei Monate sein.

Die Unterlagen zu den Nummern 1, 3 und 4 müssen Sie in amtlich beglaubigter Kopie und als Übersetzungen in deutscher Sprache vorlegen.



Onlineverfahren möglich: nein

Schriftform erforderlich: ja

Persönliches Erscheinen nötig: nein


Voraussetzungen

- einen Antrag auf Prüfung der Gleichwertigkeit und Erteilung der staatlichen Anerkennung als Kindheitspädagogin oder Kindheitspädagoge können alle Personen stellen, die in Ihrem Herkunftsland qualifiziert sind, als Kindheitspädagogin bzw. Kindheitspädagoge zu arbeiten;

- es ist unwichtig, welche Staatsangehörigkeit Sie besitzen oder in welchem Land Sie Ihre Qualifikation erworben haben;

- die staatliche Anerkennung für den Beruf "Staatlich anerkannte Kindheitspädagogin"/"Staatlich anerkannter Kindheitspädagoge" wird erteilt, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

1. Ihre ausländische Qualifikation entspricht dem Abschluss im Studiengang Bildung und Erziehung in der Kindheit in Brandenburg, einschließlich einer integrierten Praxisausbildung von 20 Wochen.

2. Sie sind persönlich und gesundheitlich geeignet, um in dem Beruf zu arbeiten.

3. Sie besitzen Kenntnisse der deutschen Sprache, die für diesen Beruf erforderlich sind.

Die Erteilung der staatlichen Anerkennung beantragen Sie beim Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg als zuständige Behörde. Die Erteilung der staatlichen Anerkennung setzt die Feststellung der Gleichwertigkeit voraus. Das heißt, zuerst wird Ihre Qualifikation geprüft, dann die sonstigen Voraussetzungen für die staatliche Anerkennung.

1. Sie stellen einen schriftlichen Antrag samt aller erforderlichen Unterlagen und richten Ihn an das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

2. Es wird innerhalb eines Monats geprüft, ob Ihre Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Wenn das nicht der Fall ist, werden Sie schriftlich aufgefordert, die entsprechenden Dokumente postalisch nachzureichen.

3. Wenn die Unterlagen vollständig vorliegen, wird Ihre ausländische Ausbildung auf Gleichwertigkeit geprüft. Das heißt, man prüft, ob Ihre Ausbildung dem Studiengang Bildung und Erziehung in der Kindheit in Brandenburg entspricht. Die Prüfung sieht folgende Schritte vor:

a) Prüfung Ihrer ausländischen Ausbildung bezüglich:

  • Überschneidungen bzw. Unterschiede in den Ausbildungsinhalten
  • Dauer der Ausbildung
  • Berechtigung zur Arbeit in diesem Beruf im Staat, wo Sie Ihre Ausbildung absolviert haben

b) Prüfung Ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit (zum Beispiel auf der Grundlage Ihres Arbeitsbuches oder Ihrer Arbeitszeugnisse)

Es wird geprüft, ob und über welche Berufserfahrungen (im Ausland/in Deutschland) Sie in einschlägigen Arbeitsfeldern der Kindheitspädagogin bzw. des Kindheitspädagogens verfügen.

4. Danach werden sonstige Voraussetzungen geprüft (Sprachkenntnisse, persönliche und gesundheitliche Eignung).

Folgende Ergebnisse sind möglich und werden Ihnen in einem Bescheid schriftlich mitgeteilt:

1. Feststellung der Gleichwertigkeit und Anerkennung

Wenn es keine wesentlichen Unterschiede zwischen Ihrer ausländischen Ausbildung und der deutschen Ausbildung (Studiengang Bildung und Erziehung in der Kindheit in Brandenburg) gibt, wird die Gleichwertigkeit bescheinigt. Wenn Sie zusätzlich die persönliche und gesundheitliche Eignung sowie die erforderlichen Sprachkenntnisse nachweisen (Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen), bekommen Sie die staatliche Anerkennung erteilt. Für die Erteilung der staatlichen Anerkennung wird eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 65,- EUR erhoben, dies wird Ihnen in einem Gebührenbescheid schriftlich mitgeteilt. Nach der Zahlung der Verwaltungsgebühr wird Ihnen eine Urkunde über die staatliche Anerkennung übersandt. Damit sind Sie berechtigt, die Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannte Kindheitspädagogin"/"Staatlich anerkannter Kindheitspädagoge" zu führen.

2. Feststellung wesentlicher Unterschiede

Wenn es wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer ausländischen Ausbildung und der deutschen Ausbildung (Studiengang Bildung und Erziehung in der Kindheit in Brandenburg) gibt, wird geprüft, ob Sie diese Unterschiede eventuell durch Ihre bisherige einschlägige Berufserfahrung oder Weiterbildungen ausgleichen können. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie die festgestellten Unterschiede durch die Absolvierung eines Anpassungslehrgangs oder das Ablegen einer Eignungsprüfung ausgleichen.

Den Inhalt eines Anpassungslehrganges oder einer Eignungsprüfung legt die zuständige Behörde individuell fest. 

  • Anpassungslehrgang: Im Land Brandenburg gibt es keine standardisierten Anpassungslehrgänge, sondern, individuell zugeschnittene Ausgleichsmöglichkeiten. So ist zum Beispiel eine Absolvierung von Teilen des Studiums, eine Absolvierung von angeleiteten Praktika oder eine Gasthörerschaft möglich. Die Dauer des Anpassungslehrgangs hängt vom Einzelfall ab. Er dauert höchstens zwei Jahre. 
  • Eignungsprüfung: Eine Eignungsprüfung ist eine Prüfung, in der man Ihre Befähigung für den Beruf der Kindheitspädagogin/des Kindheitspädagogen prüft. Eine Eignungsprüfung ist keine neue Abschlussprüfung.  Die Eignungsprüfung bezieht sich nur auf die festgestellten wesentlichen Unterschiede. 

Sie haben die Wahl, ob Sie einen Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprüfung absolvieren möchten. Für die Absolvierung einer Ausgleichsmaßnahme sind ebenfalls Deutschkenntnisse auf Sprachniveau B2 erforderlich. Einen entsprechenden Nachweis müssen Sie   in der Regel vor Beginn einer Ausgleichsmaßnahme vorlegen.

Wenn Sie die Ausgleichsmaßnahme erfolgreich absolvieren und die Nachweise darüber schriftlich beim Ministerium für Bildung, Jugend und Sport einreichen, wird die Gleichwertigkeit zwischen Ihrer ausländischen Ausbildung und dem Studiengang Bildung und Erziehung in der Kindheit in Brandenburg schriftlich bescheinigt. Wenn Sie zusätzlich die persönliche und gesundheitliche Eignung sowie die erforderlichen Sprachkenntnisse nachweisen, bekommen Sie die staatliche Anerkennung erteilt. Für die Erteilung der staatlichen Anerkennung wird eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 65,- EUR erhoben, dies wird Ihnen in einem Gebührenbescheid schriftlich mitgeteilt. Nach der Zahlung der Verwaltungsgebühr wird Ihnen eine Urkunde über die staatliche Anerkennung übersandt. Damit sind Sie berechtigt, die Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannte Kindheitspädagogin"/"Staatlich anerkannter Kindheitspädagoge" zu führen.

3. Ablehnung

Wenn es keine Gleichwertigkeiten zwischen Ihrer ausländischen Ausbildung und dem Studiengang Bildung und Erziehung in der Kindheit in Brandenburg gibt, wird Ihr Antrag abgelehnt und dies in einem Bescheid mitgeteilt. In diesem Falle wird keine Verwaltungsgebühr erhoben, da die staatliche Anerkennung nicht erteilt wird.


Verantwortlich für den Inhalt
Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Referat 23

Letzte Aktualisierung bzw. Veröffentlichungsdatum
23.06.2020