Lauter Straßenverkehr beeinträchtigt Ihre Lebensqualität und kann Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben. Deshalb ist es wichtig, bei der Planung sowie dem Bau einer neuen Straße und auch bei bestehenden Straßen für guten Lärmschutz zu sorgen. So werden Menschen vor Verkehrslärm geschützt.
Es gibt zwei Möglichkeiten: die Lärmvorsorge und die Lärmsanierung.
Die Lärmvorsorge ist eine Verpflichtung. Sie soll verhindern, dass beim Bau oder bei großen Änderungen von Straßen zu viel Verkehrslärm entsteht. Es gibt zwei Arten von Schutz:
- Aktiver Lärmschutz, zum Beispiel Lärmschutzwände.
- Passiver Lärmschutz, zum Beispiel bauliche Verbesserungen in Schlaf- und Kinderzimmern.
Ob aktiver oder passiver Lärmschutz umgesetzt wird, wird nach Verhältnismäßigkeit entschieden
Die Lärmsanierung hat das Ziel, die Lärmbelastung an bestehenden Bundesstraßen zu minimieren. Sie haben kein Rechtsanspruch auf Lärmsanierung. Die Lärmsanierung ist eine freiwillige Leistung des Bundes. Eine Lärmsanierung ist möglich, wenn ausreichend Geld im Bundeshaushalt zur Verfügung steht. Sie wird durchgeführt, wenn der Verkehrslärm die vom Bund festgelegten Grenzwerte überschreitet. Dabei wird die jeweilige Gebietskategorie berücksichtigt, zum Beispiel Wohngebiet oder Mischgebiet. Für Lärmsanierungen an bestehenden Landesstraßen stehen in Schleswig-Holstein derzeit keine Haushaltsmittel zur Verfügung.
Die Berechnung der Lärmbelastung durch Straßenverkehrsgeräusche erfolgt am sogenannten Immissionsort (meist die Hauswand) Dafür wird ein Beurteilungspegel ermittelt. In die Berechnung fließen verschiedene Faktoren wie zum Beispiel die Verkehrsstärke inklusive des Schwerverkehrsanteils tags/nachts, die zulässige Höchstgeschwindigkeit, der Straßenbelag, (Gebäude-)Reflexionen, Ampeln, der Abstand zur Straße und die (Gelände-)Topographie ein.
Wenn ein Anspruch auf Lärmschutz besteht, können bauliche oder straßenverkehrsrechtliche Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt werden.
Bauliche Lärmschutzmaßnahmen unterscheiden sich in aktiven und passiven Lärmschutz. Aktiver Lärmschutz kann zum Beispiel eine Lärmschutzwand oder -wall sein. Durch aktive Lärmschutzmaßnahmen wird die Ausbreitung des Lärms von der Quelle verhindert. Passiver Lärmschutz beinhaltet bauliche Verbesserungen in schutzbedürftigen Räumen (zum Beispiel Wohn- und Schlafräume, Kinder- und Gästezimmer) von bestehenden Gebäuden. Gewerblich genutzte Räume zählen nicht zu den schutzbedürftigen Räumen. Passive Lärmschutzmaßnahmen reduzieren die Einwirkung des Lärms im Innenraum.
Wenn es technisch möglich und finanziell sinnvoll ist, sollen aktive Lärmschutzmaßnahmen bevorzugt werden. Passive Lärmschutzmaßnahmen werden eingesetzt, wenn aktive Maßnahmen zu teuer sind oder trotz aktiver Anlagen noch Lärmüberschreitungen am Gebäude bestehen.
Straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen können zum Einsatz kommen, wenn die in den entsprechenden Richtlinien festgelegten Richtwerte überschritten werden. Es gibt jedoch keine Pflicht, solche Maßnahmen anzuordnen. Die Entscheidung liegt im Ermessen der örtlichen Verkehrsbehörde (nicht beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr). Darum müssen Anträge oder Forderungen an die zuständige Verkehrsbehörde gerichtet werden.
Straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen können Verkehrslenkungen, zielführende Ampelschaltungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsverbote beinhalten. Sie sollen jedoch kein Ersatz für technisch mögliche und finanziell tragbare bauliche Maßnahmen sein.
